Wie das Grablegungsrelief in Loschwitz gerettet wurde

Die sehr lobenswerte und erfolgreiche Bergung und Wiederherstellung des bedeutsamen Grablegungsreliefs von Georg Curt Bauch auf dem Friedhof Loschwitz, das 1920 aus brauner Klinkerkeramik in Zusammenarbeit mit der Ernst Teichert GmbH Meißen entstanden ist, bringt uns den fast in Vergessenheit geratenen Bildhauer Georg Curt Bauch und seine Kunst wieder ein Stück näher.

Der Bildhauer Georg Curt Bauch erwarb 1920 ein Wohnhaus auf der Pillnitzer Landstraße 29 und richtete sich hier auch sein Atelier und eine Eisengießerwerkstatt ein. Bauch flüchtete 1944 in die Schweiz. Das Haus wurde beim Bombenangriff 1945 schwer beschädigt, aber nicht zerstört. Plastiken von Georg Bauch und Wilhelm Landgraf, der das Atelier später genutzt hatte, befanden sich im und am Haus. Vor dem Teilabriss 1988 konnte der ehrenamtliche Denkmalpfleger Eberhard Münzner die meisten Arbeiten auslagern lassen, bis auf einige Ausnahmen, so das Terrakottarelief.
Nach der Wiedervereinigung wurde der Bildhauer Christian Steuer Grundstückseigentümer. Er barg den Großteil (20 Elemente, davon zwei gebrochen) des Reliefs fachgerecht und lagerte es auf seinem Grundstück in Moritzburg ein. Neun Elemente standen noch eingebaut am ursprünglichen Ort.
Dr. Michael Damme entdeckte die Abbildung eben dieser Teile im Loschwitzlexikon und ging den Dingen auf den Grund. Er nahm Kontakt mit Herrn Steuer, der Familie Tenert und Herrn Müller vom Landesamt für Denkmalpflege auf. Es gab keine Einwände, die Teile wieder zusammenzufügen und einen Platz auf dem Loschwitzer Friedhof zu finden. Der Standort wurde mit der Friedhofsverwaltung festgelegt und die Maßnahme am 8. Februar 2023 im Friedhofsausschuss bestätigt. Das Relief erhielt eine Einbauwandfläche gegenüber des Künstlerhauses rechts vom Haupteingang zum Friedhof.
Für die Restaurierungsarbeiten konnte der Steinmetz Marcus Faust gewonnen werden. Er und Michael Damme trennten mit einer Husqvarna-Steinsäge die einzelnen, bis zu 50 Kilogramm schweren Elemente von der Wand und transportierten sie auf den Friedhof. Die 20 Elemente in Moritzburg wurden vom Versetzmörtel gereinigt und ebenfalls nach Loschwitz transportiert. Zwei Teile mussten vor der Montage geklebt werden. Das Projekt wurde durch den Stadtbezirksbeirat Loschwitz der Landeshauptstadt Dresden gefördert. Besonderer Dank gilt auch den vielen Spendern für ihre großzügigen Beiträge. Am 10. April 2024 kamen fast 100 Gäste in das Kirchgemeindehaus, um einem Vortrag der Kunsthistorikerin Doreen Cramer über Leben und Werk von C. G. Bauch zu folgen. Die Idee, die Koordination, die Umsetzung bis zur Organisation der Einweihungsfeier am 11. April auf dem Loschwitzer Friedhof lagen in den Händen von Dr. Michael Damme. OV Loschwitz-Wachwitz (Elbhang-Kurier 5/2024)

Das Grabrelief von Georg Curt Bauch auf dem Loschwitzer Friedhof. Foto. Michael Damme