Vereinsgeschichte

Im Oktober 1882 regte der Loschwitzer Fabrikbesitzer Eduard Schnorr von Carolsfeld die Gründung eines Ortsvereines „zur Wahrung und Förderung Loschwitzer Interessen“ an. Bereits für den 4. November 1882 wurde eine Versammlung einberufen, in der ein geschäftsführender Ausschuss und Schnorr von Carolsfeld als Vorsitzender gewählt werden. Der „Ortsverein Loschwitz“ ist gegründet.
In den ersten Jahren seines Bestehens setzte sich der Ortsverein für die Verbesserung des Verkehrs mit der Stadt Dresden ein. So regte er den Bau einer Brücke an, die 1893 im die Dörfer Loschwitz und Blasewitz verbindenden „Blauen Wunder“ Wirklichkeit wird. Gleichzeitig lehnte er das Projekt einer „Hochuferstraße Pillnitz – Loschwitz – Dresden“ ab.
Eine weitere Verkehrsmaßnahme, die im Zusammenhang mit der Brücke zu sehen ist, ist die Verbreiterung der heutigen Schillerstraße. Auch hier ging die erste Anregung vom Ortsverein aus.
Die Umgestaltung des Körnerplatzes, hervorgerufen durch den Brückenbau, wird vom Ortsverein begrüßt. Erst in jüngerer Zeit wurde die großartige Architektur des Platzes erkannt und in ihrer Gesamtheit unter Denkmalschutz gestellt. Anderen Bauvorhaben konnte sich der Ortsverein am Anfang des 20. Jahrhunderts mit Erfolg widersetzen. Der Ziegengrund konnte so vor Bebauung bewahrt und die Errichtung einer Fabrik in unmittelbarer Nähe des Friedhofs an der Pillnitzer Landstraße verhindert werden.
Die Ehrung großer Persönlichkeiten, mit deren Bedeutung Loschwitz verknüpft ist, gehört zu den Aufgaben des Ortsvereins. So wird nur wenige Wochen nach seinem Tod – im September 1884 – das erste Denkmal für den Maler und Radierer Ludwig Richter geweiht. Der mit einem Relief von Robert Henze versehene Gedenkstein steht seitdem unmittelbar neben dem Leonhardi-Museum auf der Grundstraße.
Eine weitere Ehrung ist die Errichtung des Körner-Schiller-Denkmals. Der Bildhauer Oskar Rassau und der Architekt Martin Pietzsch – zu dieser Zeit Vorsitzender des Ortsvereins – schufen es auf Anregung des Vereins. 1912 konnte es auf der verbreiterten Schillerstraße – gegenüber dem Schillerhäuschen – enthüllt werden.
1934 konnte nach über drei Jahrzehnten Vorbereitung und Sammlungstätigkeit unter dem Vorsitzenden Otto Kotzsch – dem Sohn des Fotografen August Kotzsch – das „Ortsmuseum Loschwitz“ im Erdgeschoss der Alten Schule (Pillnitzer Landstraße 8) eröffnet werden. Mit fast 2000 Exponaten gab es einen umfassenden Einblick sowohl in die Geschichte des Ortes Loschwitz als auch in das Schaffen zahlreicher Künstler, die hier ihren Wohnsitz gefunden hatten.
Nach einer Zeit der sogenannten „Gleichschaltung“ auch des Ortsvereins Loschwitz in der Zeit des Nationalsozialismus, folgte 1949 seine Enteignung und Auflösung. Zu den Ehrenmitgliedern des Vereins zählten in dieser ersten Phase seines Bestehens der Architekt Martin Pietzsch, der Maler Carl Walther, der ehemalige Gemeindevorsteher Ernst Näther, der Oberlehrer Otto Kotzsch und nicht zuletzt der 1932 verstorbene König Friedrich August III., der im benachbarten Wachwitz vor 1918 sein Sommerlager hatte.

An die Tradition des „Ortsvereins Loschwitz“ anknüpfend, gründete sich am 30. September 1991 der „Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e. V.“ Die in der Folge der Ereignisse von 1989 entstandenen Bürgerkomitees in den beiden ehemaligen Dörfern Loschwitz und Wachwitz vereinigten sich in diesem Ortsverein.
Seit der Neugründung wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt der Übersetzer und Publizist Georg Blume, der Architekt und Nestor der Denkmalpflege Hans Nadler und der langjährige Denkmalpfleger für den Bereich Loschwitz Eberhard Münzner.