Kurze Geschichte der Körnergedenkstätte am Neustädter Elbufer

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Dresden die Idee geboren, der durch kulturell hochwertige Bauten geprägten Altstädter Elbseite ein adäquates Gegenüber entlang des Neustädter Elbufers zu schaffen, das sogenannte Königsufer. Es entstanden die beiden eindrucksvollen Ministerialgebäude mit der großen zum Elbraum hin sich öffnenden Treppenanlage, nahe der Albertbrücke der Bogenschütze, am Japanischen Palais der Glockenspielpavillon, im östlichen Langbogen der Augustusbrücke das große als Schabemalerei auf keramischen Platten geschaffene Wandbild zur Geschichte Dresdens, von der Albertbrücke stromaufwärts der Rosengarten, an der Bautzner Straße unterhalb des Waldschlösschens der Aussichtspavillon und schließlich nach Ideen des Architekten Paul Wolf die Körnergedenkstätte an der hangseitigen Stützmauer des heutigen Körnerweges.

Die Körnergedenkstätte ist ein Werk des Bildhauers Reissmann. 1936 schuf er den aus drei Tafeln bestehenden Sandstein-Fries, der eine Kampfszene mit Theodor Körner zeigt, der als Lützower Jäger 1813 bei Gadebusch den Tod fand. Zu dessen 125. Todestag am 26. August 1938 wurde das Monument, durch zwei Schrifttafeln ergänzt, „der Öffentlichkeit übergeben“. Vor dem Fries war ein kleines Schutzgebäude mit Bänken entstanden.

1954 begannen aus Mitteln des NAW (Nationales Aufbauwerk) und des VEB Zahlenlotto notwendige Instandsetzungsarbeiten an Dach und Relief. Vermutlich in dieser Zeit reinigte man das Relief leider mit Sandstrahl, der starke Zerstörungen anrichtete. Auf dem Gelände hinter der Gedenkstätte richtete sich die Bezirksstelle der Staatssicherheit ein. Auf ihr Betreiben begann 1968 die Demontage des Denkmals. Zunächst erfolgte die Abnahme der Dachkonstruktion, später die Entfernung der tragenden Säulen und der Schrifttafeln. Letztere wurden bei Bildhauer Christian Hempel eingelagert. 1986 schließlich endete die Demontage mit der Entfernung der bis dahin noch verbliebenen Reliefteile (3 Sandsteintafeln). Auf Veranlassung des Stadtbezirks Dresden-Nord erfolgte eine Zwischenlagerung auf dem Loschwitzer Sportplatz, bevor sie später ins heutige Militärhistorische Museum kamen.

Nachdem es 1982 schon einmal Bemühungen gegeben hatte, das damals am alten Ort noch verbliebene Relief an der elbseitigen Parkmauer von Schloss Eckberg aufzustellen, verfolgte nach der Entfernung des Reliefs das Denkmalpflegeaktiv des Stadtbezirkes Dresden-Ost 1987 das Ziel, das Denkmal in die Stützmauer des Körnerschen Grundstücks am Körnerweg einzubauen. Ein Jahr später wird hierfür die Baugenehmigung erteilt. Es kam jedoch nicht zur Realisierung. 1990 legte das Denkmalpflegeaktiv auf Grund der neuen politischen Situation fest, das Denkmal am Originalstandort wieder aufzubauen. Drei Jahre später machten der Bildhauer Eberhard Wolf und Herr Mallwitz den Vorschlag, das Denkmal zwar am Originalstandort zu errichten, das Relief jedoch durch Bronzetafeln zu ersetzen und die Originalteile ins Militärhistorische Museum zu integrieren. Eine Verwirklichung dieser Idee erfolgte jedoch nicht.

Angeregt durch den „Neustädter Kreis“ begann schließlich 2001 ein neuer Anlauf zur Wiederaufstellung der Körner-Gedenkstätte, der endlich zum Ziel führen sollte. Der Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e. V. leitete mit den Vorarbeiten zur Restaurierung die Wiederaufstellung des Denkmals ein. Nach langen Verhandlungen mit dem Liegenschaftsamt Dresden und der Einholung aller Genehmigungen, konnten sämtliche Teile (Relieftafeln und Schrifttafeln) in der Bildhauerfirma Julius Hempel in Dresden-Tolkewitz (Steinbildhauer & Steinmetz GmbH) zusammengetragen werden. Die Renovierung unter Begleitung des Landesamtes für Denkmalpflege (Herr Dr. Kiesewetter) begann. Anstelle des ehemaligen Schutzgebäudes entschied man sich für eine funktionale kleine Verdachung nach einem Entwurf von Sabine Kaiser-Wenzel. Die Bildhauerfirma Julius Hempel in Dresden erhielt den Auftrag für die gesamten Restaurierungsarbeiten und die Aufstellung des Körnerfrieses. Die „Schmiede Stolpen“ (Kalauch & Weber GmbH) fertigte das Schutzdach.

Eine am Körnerdenkmal gesondert angebrachte Bronzetafel nennt heute die Sponsoren, die die notwendigen finanziellen Mittel (fast 10.000,00 €) für die Rettung der Körnergedenkstätte erbrachten. Die Finanzierung erfolgte ausschließlich über freiwillige Spenden.

Am 26. August 2005, dem 192. Todestag des Dichters Theodor Körner, konnte der restaurierte und wieder aufgestellte „Körnerfries“ in einer musikalisch umrahmten kleinen Feier mit einem Bläserquintett und einem Sängerquartett enthüllt werden. Die Festrede hielt Herr Dr. Peter Lames.

Bild: Körnerfries – Zustand nach der Restaurierung, August 2005
Körnerfries – Zustand nach der Restaurierung, August 2005
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Bild: Die Körnergedenkstätte am Körnerweg in den Elbuferanlagen  In der zwölf[]Meter langen Halle befindet sich ein Sandsteinrelief mit Theodor[]Körner als Lützower[]Jäger
Die Körnergedenkstätte am Körnerweg in den Elbuferanlagen

In der zwölf Meter langen Halle befindet sich ein Sandsteinrelief mit Theodor Körner als Lützower Jäger